Die Helikopter unterscheiden sich ganz
grundsätzlich von den Flächenflugzeugen. Zwar wirken auch beim Helikopter aerodynamische
Kräfte, die sind aber viel schwieriger zu berechnen und zu erklären als bei einem
Flugzeug. Dies vor allem, weil beim sich drehenden Rotor zusätzliche Kräfte entstehen,
welche bei einem Flächenflugzeug nicht vorhanden sind.
Bei einem Flugzeug mit Flügeln sind
die Verhältnisse einigermaßen klar. Der Vortrieb wird entweder durch einen
Propeller oder ein Düsentriebwerk geliefert (außer bei einem Segelflugzeug). Der
Auftrieb wird durch die Flügel erzeugt und das Ganze wird mit Klappen, Ruder und
Leitwerken gesteuert.

Anders sieht es beim Hubschrauber aus. Die sich drehenden Rotorblätter beschleunigen die Luft von oben nach unten. Dies geschieht, indem bei allen Rotorblättern der Anstellwinkel gleichzeitig erhöht wird (kollektiv). Dadurch wird die Luft, ähnlich wie bei einem Ventilator, nach unten "geblasen", der Auftrieb wird erhöht und der Helikopter beginnt zu steigen. Damit sich dieses Gefährt nach vorne bewegt, muss "nur" die Rotorebene nach vorne geneigt werden, so dass der Luftstrom durch den Rotor leicht nach hinten "geblasen" wird.
(Abb. 6)
Die Steuerung des Helikopters erfolgt nach dem
gleichen Prinzip. Die Rotorebene wird in die Richtung geneigt wohin der Hubschrauber
fliegen soll. Dies klingt sehr einfach, ist in Wirklichkeit aber ein sehr komplexer
aerodynamischer Vorgang (davon sprechen wir später).
Gemeinerweise besagt ein physikalisches Gesetz (von Newton), dass eine Aktion eine
Reaktion hervorruft. Dies bewirkt, dass sich der Rumpf des Helikopter entgegen der
Drehrichtung des Rotors drehen möchte. Um dies zu verhindern wird bei den meisten
Hubschraubern ein senkrecht drehender Rotor, der Heckrotor angebracht,
welcher dieses Drehmoment ausgleicht

Bei Konstruktionen mit zwei gegenläufig drehenden Hauptrotoren, entsteht kein Drehmoment auf den Rumpf, bzw. die Drehmomente der beiden Rotoren heben sich gegenseitig auf.