Die Entwicklung der Hubschrauber ist
natürlich nicht stehen geblieben. In der heutigen Zeit werden neue Bauformen wie
NOTAR (NO TAil Rotor) und Tilt Rotor weiterentwickelt. Das X-Wing Projekt, bei welchem der Rotor im
Flug stillgelegt und dann als "normaler" Flügel verwendet wird, wird vermutlich
noch lange nicht (wenn überhaupt) zur Serienreife gelangen.
Heute sind vor allem fünf Bauformen wichtig, von denen drei selten sind.
Am häufigsten anzutreffen ist die Kombination von Haupt- und
Heckrotor. Das Gegendrehmoment, welches durch den Hauptrotor erzeugt wird, wird durch den
Heckrotor ausgeglichen. Der Heckrotor ist auch für die Steuerung des Hubschraubers um die
Hochachse verantwortlich.
Die Anordnung als Tandemrotor wird vor allem bei großen
Hubschraubern verwendet. Durch die gegenläufigen Rotoren heben sich die Gegendrehmomente
der einzelnen Rotoren auf. Die Konstruktion der Steuerung ist wesentlich komplizierter als
bei einem Helikopter mit Heckrotor. Die Steuerung um die Hochachse im Schwebeflug erfolgt
durch entgegen gesetztes Neigen der Rotorebenen.
Die Anordnung von zwei, neben einander liegenden Rotoren war nie sehr
populär. Zwar wurde diese Bauform beim größten je gebauten Hubschrauber (Mil V-12)
angewendet, konnte sich aber nie richtig durchsetzen.
Beim
ineinander kämmenden Rotor liegen zwei gegenläufige Rotoren
mit nach außen geneigten Rotormasten eng beieinander, wobei die Blätter fast wie
Zahnräder ineinander laufen, eben ineinander kämmen. Durch die gegenläufige Drehrichtung
der Rotoren ist kein Heckrotor notwendig.
Diese Bauform wurde in der frühen "Hubschrauberzeit" entwickelt, geriet dann
aber in Vergessenheit. In jüngster Zeit wurde diese Art der Rotoranordnung aber wieder
entdeckt und kommt beim K-MAX, einem einsitzigen Hubschrauber für Außenlast- Transporte
zur Anwendung.
Zuletzt folgt die
koaxiale Rotoranordnung. Hier sind beide Rotoren
übereinander liegend und gegenläufig montiert. Die Steuerung um die Hochachse erfolgt
durch unterschiedlich große Auftriebserzeugung der beiden "Rotorscheiben". Je
nachdem, welcher Rotor mehr Auftrieb liefert, wird ein Gegendrehmoment erzeugt, welches die
Kabine entsprechend nach links oder rechts drehen lässt. Durch den großen Luftwiderstand
der Rotorkonstruktion, können solche Hubschrauber keine großen Reisefluggeschwindigkeit
erreichen. Erst mit der Entwicklung von starren Rotorsystemen lassen sich die beiden Rotoren
näher zusammen montieren, was den Luftwiderstand wesentlich reduziert.
Diese Bauform kommt vor allem bei östlichen (KAMOV) Hubschrauber zur Anwendung.
Beim
NOTAR (Steuerung) handelt es sich um einen Helikopter mit einem Hauptrotor aber ohne
Heckrotor. Dieses Verfahren wurde von McDonnell Douglas (MD-Helicopters)
entwickelt und patentiert. Ein Teil des Hauptrotorabwindes wird in den
Heckausleger geleitet und dort mit einem Fan weiter verdichtet. Die Luft strömt
nun durch den Heckausleger und entweicht am Ende durch schwenkbare Düsen. Diese
Düsen werden durch die Pedale gesteuert und erlauben den Ausgleich des
Drehmomentes und die Drehung des Hubschraubers um die Hochachse.
